„Splendid Isolation“ im 21. Jahrhundert? Historische Hintergründe des Brexit

Das Vereinigte Königreich hätte auch im Falle seines Verbleibes in der EU weiter um seine Sonderrechte gekämpft, nur ausgesuchte Projekte und Maßnahmen des Integrationswerkes akzeptiert und wäre somit ein unbequemer Partner geblieben. Der Ausgang des Referendums reflektiert neben aktuellen Sorgen breiter Kreise der britischen Bevölkerung auch alte, zum Teil Jahrhunderte alte Kräfte, die Londons Haltung gegenüber „Europa“ bis in die Gegenwart prägen. Die Wirksamkeit dieser Faktoren, die während der vergangenen Jahrzehnte immer wieder deutlich wurde, vereitelt, dass das häufig zitierte Verdikt US-Außenministers Dean Acheson aus dem Jahre 1962, wonach Großbritannien ein Empire verloren, aber noch keine neue (europäische) Rolle gefunden habe, endgültig in die Geschichtsbücher verbannt werden kann.

The article originally appeared in a German publication by Hanns Seidel Stiftung on June 29, 2016. Read the publication here.

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